Neue Proberaumstudie in Stuttgart: Bestandsaufnahme, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Proberaumstudie Stuttgart 2025

Im Rahmen ihrer Kulturentwicklungsarbeit hat die Landeshauptstadt Stuttgart erstmals eine umfassende Proberaumstudie vorgelegt, die eine belastbare Datengrundlage zur Situation der Musikproberäume im Stadtgebiet schafft. Die Studie erfasst und bewertet sowohl den aktuellen Bestand als auch zentrale Herausforderungen und zukünftige Entwicklungsperspektiven. Die Ergebnisse wurden am 25. November 2025 im StadtPalais vorgestellt und liegen nun in einer ausführlichen Langfassung sowie in einer kompakten Kurzfassung vor.1


Warum eine Proberaumstudie?

Proberäume sind für Musiker:innen – vom Nachwuchs bis zur professionellen Szene – unverzichtbare Arbeitsorte. Sie dienen nicht nur der künstlerischen Produktion, sondern fungieren zugleich als soziale Treffpunkte, Lernräume und wichtige Impulsgeber für die kulturelle Entwicklung einer Stadt. In vielen Städten, darunter auch Stuttgart, ist geeigneter Raum jedoch knapp. Steigende Mieten und zunehmender Flächendruck verschärfen die Situation zusätzlich und gefährden diese häufig ohnehin prekären Arbeitsbedingungen.

Die Proberaumstudie ist vor diesem Hintergrund Teil einer strategischen Proberaum- und Kulturraumplanung. Sie schafft eine fundierte Grundlage, um bestehende Bedarfe sichtbar zu machen, strukturelle Defizite zu benennen und gezielte Maßnahmen zu entwickeln, mit denen die Proberaum-Infrastruktur langfristig gesichert und weiterentwickelt werden kann.

Untersuchte Themen und Methodik

Die Proberaumstudie gliedert sich in zwei zentrale Untersuchungsphasen:

  • „Wo übt die Musik?“
    Erfassung des aktuellen Bestands an Proberäumen auf Grundlage von Daten von Betreiber:innen und weiteren Akteur:innen der Stuttgarter Musikszene.
  • „Wie übt die Musik?“
    Befragung der Nutzer:innen – also aktiver Musiker:innen aller Genres – zu Nutzungsformen, Bedarfen und bestehenden Herausforderungen.

Insgesamt wurden über 160 Proberaum-Anbieter:innen erfasst, die zusammen rund 600 Proberäume zur Verfügung stellen. Hochgerechnet ergibt sich daraus ein Bestand von etwa 700 verfügbaren Proberäumen im Stuttgarter Stadtgebiet.

Zentrale Erkenntnisse

Die Proberaumlandschaft in Stuttgart ist insgesamt vielfältig. Sie umfasst Räume für Solo-Musiker:innen, Bands, Chöre und Ensembles und verteilt sich auf zahlreiche Standorte im gesamten Stadtgebiet. Gleichzeitig zeigt die Studie deutliche strukturelle Herausforderungen:

  • Hohe Auslastung bei geringer Fluktuation:
    Viele Proberäume sind dauerhaft belegt, während nur wenige Kapazitäten für neue Nutzer:innen zur Verfügung stehen.
  • Besonders hoher Nutzungsdruck in zentralen Lagen:
    Vor allem im Innenstadtbereich ist die Konkurrenz um geeignete Flächen besonders ausgeprägt.
  • Große Preisspannen und unterschiedliche Ausstattungsniveaus:
    Das Angebot reicht von kostenfrei nutzbaren Räumen bis hin zu technisch hochwertig ausgestatteten Proberäumen mit entsprechend höheren Quadratmeterpreisen.

Diese Ergebnisse verdeutlichen die zentrale Bedeutung von Proberäumen für ein funktionierendes Musik- und Kultursystem. Zugleich machen sie den zunehmenden Druck sichtbar, unter dem diese Infrastruktur durch Flächenknappheit und steigende Kosten steht.

Bedeutung für Stadtentwicklung und Kulturpolitik

Die Proberaumstudie ist weit mehr als eine reine Bestandsaufnahme. Sie bildet eine zentrale Grundlage für die städtische Planung, für Förderentscheidungen sowie für zukünftige Strategien zur Sicherung von Proberäumen als Teil der kulturellen Infrastruktur. So verweist die Studie unter anderem auf Entwicklungspotenziale bestehender Standorte und Projekte wie die Villa Berg oder den Diakonissenbunker, die perspektivisch wichtige Proberaumflächen oder innovative Nutzungskonzepte für die Musik- und Kulturszene bieten könnten.

Die Stuttgarter Kulturverwaltung hat in diesem Zusammenhang bereits strukturelle Weichen gestellt, beispielsweise durch die Einrichtung des Bereichs „Kulturelle Stadtentwicklung“ innerhalb der Kulturförderung sowie durch die Bereitstellung zusätzlicher Haushaltsmittel für Kultur- und Proberaumthemen.

Was bedeutet das für Musiker:innen und Szene?

Für die Musikszene in Stuttgart schafft die Studie erstmals eine belastbare, evidenzbasierte Grundlage, um den Dialog mit Politik, Verwaltung und Stadtplanung auf Augenhöhe zu führen. Musiker:innen, Betreiber:innen und Initiativen können daraus unter anderem ableiten,

  • wo bestehende Engpässe besonders gravierend sind,
  • in welchen Bereichen der Bedarf an neuen Flächen oder verbesserten Rahmenbedingungen am größten ist und
  • welche infrastrukturellen Maßnahmen künftig prioritär verfolgt werden sollten.

Damit wird die Proberaumstudie zu einem wichtigen Instrument, um künstlerische Arbeit langfristig abzusichern und die Rahmenbedingungen für die Stuttgarter Musikszene aktiv und strategisch mitzugestalten.

PianoMe als Ergänzung kommunaler Proberaumkonzepte

Die Ergebnisse der Proberaumstudie verdeutlichen, dass neben Neubau- und Fördermaßnahmen auch intelligente, digitale Lösungen einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des bestehenden Raummangels leisten können. An dieser Stelle setzt www.piano.me an. Die Plattform vereinfacht die Proberaumteilung im Musikbereich grundlegend und trägt dazu bei, vorhandene Ressourcen deutlich effizienter zu nutzen.

Durch die Digitalisierung und Standardisierung von Anmietungs- und Buchungsprozessen werden bislang unsichtbare Leerzeiten transparent und gezielt nutzbar gemacht. Gleichzeitig werden bürokratische Hürden reduziert und Zugänge zu Proberäumen übersichtlicher und niederschwelliger gestaltet. Für Musikschulen, Kulturinstitutionen und andere Betreiber:innen entstehen zudem zusätzliche Einnahmemöglichkeiten, indem Räume zu Zeiten vermarktet werden können, in denen sie bislang ungenutzt geblieben sind.

Darüber hinaus erleichtert PianoMe nicht nur lokalen, sondern auch nationalen und internationalen Musiker:innen den unkomplizierten Zugang zu geeigneten Proberäumen vor Ort. Dies stärkt die kulturelle Sichtbarkeit einer Stadt und fördert zugleich ihre internationale Vernetzung. PianoMe versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zu kommunalen Strategien und Studien wie der Proberaumstudie Stuttgart und ist offen für Kooperationen mit Städten, Kulturverwaltungen und Institutionen, um gemeinsam nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen für die musikalische Infrastruktur zu entwickeln.

Bei Interesse schaue Dir auch die deutschlandweite indikative Proberaumumfrage aus dem Jahre 2022 hier:

https://piano.me/blog/indikative-proberaumumfrage-2022


  1. https://www.stuttgart.de/de/kultur/kulturservice/kulturentwicklung/proberaumstudie?form=translationDisclaimer-NTc2MjAzODA2&action=submit#translationDisclaimer-NTc2MjAzODA2 (zugegriffen am 25.01.2026) ↩︎